- Warum wir kämpfen -
Zusammen Kämpfen [Berlin] versteht sich als Teil der international um Befreiung kämpfenden revolutionären Linken. Diese klare Zuordnung erfolgt aus dem Bewusstsein zur ausgebeuteten, fremdbestimmten und unterdrückten Mehrheit der Menschen zu gehören, die gezwungen ist zum Leben Lohnarbeit zu verrichten um einer absoluten Minderheit Profite zu erwirtschaften und ein luxuriöses Leben zu ermöglichen. Dabei haben die Menschen, die unserer Klasse angehören, kein Mitspracherecht über das eigene Leben oder das persönlichste Umfeld. Das führt zu einer zunehmenden Entfremdung von der Idee einer solidarischen und emanzipatorischen Gesellschaft und manifestiert das Gefühl der Ohnmacht und Vereinzelung.
Dies ist die zwingende und unveränderbare Logik des kapitalistischen Systems.
Und das ist auch unser Ansporn für eine grundlegende, radikale Veränderung einzutreten und zu kämpfen!
Wir sind uns ebenfalls bewusst, dass wir als in den kapitalistischen Metropolen und Zentren lebender Teil unserer Klasse, die ganze mörderische Realität des Kapitalismus nur bedingt wahrnehmen. Die in den von Imperialismus und Neokolonialismus betroffenen Gegenden des Trikont Lebenden haben ein viel unverschleierteres Bild der grausamen kapitalistischen Realität zu ertragen und müssen auch noch den relativen Wohlstand der imperialistischen Staaten erwirtschaften.
Auch dieses Wissen treibt uns an, die revolutionäre Umwälzung der bestehenden Verhältnisse für unabdingbar zu erachten.
- Der Kapitalismus -
Wir sehen im Kapitalismus den dominantesten Widerspruch, der alle Bereiche des Lebens und der Welt durchdringt und andere Widersprüche produziert und verstärkt.
In entschlüsselter Form bedeutet das letztendlich Ausbeutung, Unterdrückung, Armut, Hunger, Konkurrenz, Verelendung, Krieg, Ungleichheit, Umweltzerstörung, Ressourcenplünderung, Vertreibung und Tod zugunsten des “Wachstums”, das den maximalen Profit der herrschenden Klasse sichert. Der Kapitalismus ist also eine permanente Krise.
Die offenkundige Unmenschlichkeit dieses globalen Systems wird gerade hier in der BRD und anderen westlichen Staaten durch eine bürgerliche Ideologie verschleiert, die den Menschen bereits vor der Schule eintrichtert die Konkurrenz sei der elementarste Bestandteil des menschlichen Miteinanders. Eine nicht unwesentliche Rolle spielen bei diesem Prozess die bürgerlichen Massenmedien, die gekoppelt mit Werbung und gezielter Desinformation die Vereinzelung vorantreiben, reaktionäre Diskurse fördern und Feindbilder konstruieren, die für unsere Klasse an sich eigentlich ohne Bedeutung sind. Dadurch werden die Unterdrückten gezielt gegeneinander ausgespielt und an Einstellung, Geschlecht, Erziehung und Funktionalität gemessen und gespalten. Gleichzeitig werden mittels perfider Panikmache und Terrorhysterie eine immer straffere Überwachung der Bevölkerung und immer neue Repressalien gegen soziale Bewegungen legitimiert.
Das Privateigentum der herrschenden Klasse an Produktionsmitteln, Landstrichen und Ressourcen ist dabei ihr eigentlicher Grund zur Sorge, denn diese Besitztumsverhältnisse sollen um jeden Preis gewahrt werden.
Die Auswirkungen dieser kapitalistischen Verwertungslogik zeigen sich gerade bei uns im urbanen Raum auch durch die gezielte Aufwertung von Innenstadtbereichen, Mietwucher und der daraus resultierenden Verdrängung ärmerer Bevölkerungsschichten.
Abschließend sei gesagt, dass der Kapitalismus als System und Ideologie allem was wir wollen diametral entgegensteht und wir ihn dementsprechend als nicht reformierbar ansehen.
- Klasse gegen Klasse -
Wenn wir von “unserer Klasse” sprechen, meinen wir die Gesamtheit der in diesem System ausgebeuteten und unterdrückten Menschen, die ein objektives Interesse an der Überwindung eben jenes haben müssten. Dabei beziehen wir uns ausdrücklich nicht nur auf die Arbeiterklasse im klassischen Sinne, sondern schließen auch Erwerbslose, Prekarisierte und bewusste Teile der oberen Schichten mit ein.
Frauen sind innerhalb des kapitalistischen Systems besonders benachteiligt. Diese Unterdrückung spaltet und schwächt die proletarische Klasse und der Frauenkampf muss deshalb als Teil und besondere Aufgabe des Klassenkampfs geführt werden. Unser Ziel ist ein emanzipiertes Geschlechterverhältnis. Doch nur durch eine radikale Veränderung der Produktionsweise bzw. des Gesellschaftssystems kann auch die vollständige Gleichberechtigung der Frauen erreicht werden.
Wir sehen als einziges Mittel zur Abschaffung des Kapitalismus einen konsequent geführten Klassenkampf, der sich aller Mittel der Agitation, Streiks, revolutionärer Kultur und direkter Massenaktion bedient. Dies setzt ein elementares Bewusstsein für die eigene und gesellschaftliche Situation und Rolle voraus, das Klassenbewusstsein.
Auf der anderen Seite sehen wir die herrschende Klasse, die aus der kapitalistischen Wirtschaftsordnung Gewinn erzielt und sich Privilegien schafft. Sie hat ein Eigeninteresse an dem Erhalt der Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse. Auf ihrer Seite stehen auch all jene, die der Emanzipation unserer Klasse im Wege stehen, dazu zählen zum Beispiel der Polizei- und Justizapparat, Militär und Faschisten.
Dies ist nun vereinfacht ausgedrückt, skizziert aber die Struktur unserer modernen Klassengesellschaft.
Die logische Konsequenz aus Klassenbewusstsein ist für uns der Klassenkampf und die daraus resultierende soziale Revolution.
- Internationalismus -
Gelebter Internationalismus, dass bedeutet für uns auf der Ebene der BRD vor allem Solidarität mit Flüchtlingen und MigrantInnen, sowie ein gemeinsames Handeln gegen alle Formen von Rassismus. Den Rassismus lehnen wir von Grund auf ab, da er die Klasse anhand konstruierter kultureller und ethnischer Kriterien spaltet und so letztendlich nur den Herrschenden dient.
Global beziehen wir den Internationalismus auf den solidarischen Bezug, die Unterstützung und die Beschäftigung mit anderen fortschrittlichen revolutionären Bewegungen und Befreiungskämpfen. Wir sehen den weltweiten Kampf gegen Imperialismus als legitim und dringend notwendig an, sind uns bewusst das wir im “Herzen der Bestie” auch dafür eine große Mitverantwortung tragen. Den weltweiten Kriegen der Herrschenden um Rohstoffe, Profite und Absatzmärkte muss eine internationale Solidarität von Unten entgegengesetzt werden.
- Solidarität -
Im Kampf um Befreiung stellt die Solidarität unsere stärkste Waffe gegen die Repression der herrschenden Klasse dar. Sie hilft uns, den Angriffen standzuhalten und den von Repression betroffenen Strukturen politische, materielle und moralische Unterstützung entgegenzubringen. Die Solidarisierung mit den revolutionären Gefangenen weltweit und die Unterstützung der sozialen Gefangenen, welche einen Teil der unterdrückten Klasse darstellen, gehören zu den Aufgaben jeder revolutionären Organisation. In diesem Sinne begreifen wir das “Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen” und das Zeitungsprojekt “Gefangenen Info” als notwendige Solidaritätsorganisationen, welche wir als integrale Faktoren unserer Strukturen betrachten. Überdies gilt unsere Unterstützung der “Roten Hilfe”, dem “Anarchist Black Cross” und der “Roten Hilfe International” als wichtige Stützpfeiler der linken Bewegung.
- Wofür wir kämpfen -
Die Perspektive unseres Kampfes ist letztendlich eine internationale, solidarische, klassenlose, staatenlose und herrschaftsfreie Gesellschaft. Eine Gesellschaft in Selbstorganisierung, die ihre Entwicklung autonom bestimmt und die im Einklang mit Mensch, Tier und Natur existiert. Eine Welt in der die Überausbeutung der Umwelt, jegliche Unterdrückung des Menschen durch den Menschen und alle Ausbeutungsverhältnisse ein Ende gefunden haben, in der die Menschen sich kollektiv organisieren und verwalten und selbst über ihr Leben bestimmen. In der das Eigentum an Produktionsmitteln überwunden ist und Alles allen gehört, also vergesellschaftet wird. Produziert wird nach den Bedürfnissen der Menschen und nach keinen anderen Kriterien. Dies versuchen wir bereits jetzt durch einen solidarischen Umgang untereinander und die Schaffung von sozialen Strukturen und Netzwerken innerhalb unserer Klasse zu schaffen.
StellvertreterInnen-Politik, Parlamentarismus, Reformismus und bürgerliche Denkweisen sind für uns auf unserem Weg zur befreiten Gesellschaft keine Option.
Zusammen Kämpfen [Berlin],
Januar 2011
Selbstverständnis als PDF-Datei






